Über fünf Jahrzehnte Fachkompetenz: Die Fachschule für Technik an der Max-Eyth-Schule Kassel

tema-Ausgabe 05/2025

Die Fachschule für Technik an der Max-Eyth-Schule Kassel blickt auf eine über fünfzigjährige Erfolgsgeschichte zurück. Seit ihrer Gründung absolvieren jährlich rund 50 Studierende erfolgreich ihre Weiterbildung und tragen fortan den Titel „Staatlich geprüfte Technikerin“ bzw. „Staatlich geprüfter Techniker“ mit dem Abschluss „Bachelor Professional in Technik“. Dieser Abschluss markiert einen bedeutenden Meilenstein in der beruflichen Weiterentwicklung und eröffnet vielfältige Perspektiven für den beruflichen Aufstieg sowie die persönliche Entfaltung.

Neben der Fachschule bietet die Max-Eyth-Schule mit ca. 1800 Schülerinnen auch Ausbildungsgänge in den Bereichen Berufliches Gymnasium, Fachoberschule, Metall- und Gesundheitstechnik-Berufe sowie in der Berufsvorbereitung an. Sie präsentiert sich als moderne Schule im Zentrum Kassels mit ansprechender Architektur. Die historische Zeughausruine ist in das Schulgebäude integriert und beherbergt die Cafeteria der Schule. (Bild: „Historische Zeughausruine mit integrierter Cafeteria“)

Besonders hervorzuheben ist die gute IT-Ausstattung der Schule. Neben ca. 800 Clients verfügen alle Schülerinnen und Schüler, sowie die Lehrkräfte über einen schulischen Microsoft-365-Account, der im Unterricht rege genutzt wird. Stundenplan und Klassenbücher werden webbasiert über Untis angeboten.

(Bild: „QR-Code MES Homepage“)

Die Weiterbildung erfolgt in der Fachrichtung Maschinentechnik mit den beiden Schwerpunkten Maschinenbau sowie Mechatronik mit dem Schwerpunkt Anlagen- und Maschinentechnik. Sie kann wahlweise in Vollzeit über zwei Jahre oder berufsbegleitend in Teilzeit über vier Jahre absolviert werden. Ein Wechsel zwischen beiden Modellen ist möglich. Die hessische Fachschulverordnung erlaubt zudem, bis zu 480 Unterrichtsstunden in der Teilzeitform durch alternative Lernformate wie Distanz- oder E-Learning-Angebote abzudecken.

Die Fachschule für Technik hat im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche erfolgreiche Berufsbiografien geprägt. Da in den letzten Jahren die Nachfrage rückläufig ist, ist es wichtig, die besonderen Stärken der Fachschule hervorzuheben: Sie verbindet Theorie und Praxis auf einzigartige Weise und richtet sich insbesondere an praxisorientierte Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Auch Studienabbrecherinnen und -abbrecher mit beruflicher Qualifikation finden hier neue Perspektiven.

Absolventinnen und Absolventen der Fachrichtung Maschinenbau übernehmen nach ihrem Abschluss verantwortungsvolle Aufgaben in der Fertigung, der Arbeitsvorbereitung, im Qualitätsmanagement, in der Konstruktion oder im Bereich der Automatisierung. Um den steigenden Anforderungen der Industrie im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung gerecht zu werden, wurde zusätzlich der Schwerpunkt Mechatronik eingerichtet. Dieser bereitet gezielt auf das Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Steuerungstechnik vor und qualifiziert für Tätigkeiten in modernen, automatisierten Produktionsumgebungen.

Die Studierenden erwerben praxisnahe Kenntnisse in Bereichen wie CAD-Konstruktion, CNC-Technik, SPS-Steuerungstechnik, Automatisierungssysteme und Projektmanagement – stets unter Einsatz aktueller Technik.  (Bild: „CNC-Programmierung an einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum der Firma DMG“ und /oder „CAD-Konstruktion mit CATIA“ und/oder „Praktischer Unterricht an einer Festo Automatisierungsanlage“)

Ein zentrales Element der Ausbildung ist die Projektarbeit: Hier bearbeiten die Studierenden eine komplexe Problemstellung aus der beruflichen Praxis in Kooperation mit regionalen Betrieben, entwickeln eine praxisgerechte Lösung und präsentieren sowohl das Ergebnis als auch den Arbeitsprozess. Diese enge Verzahnung von Theorie und Praxis bereitet optimal auf die Anforderungen der Industrie vor und qualifiziert die Absolventinnen und Absolventen für verantwortungsvolle Positionen in der mittleren Führungsebene.

Viele Studierende der Fachschule für Technik an der Max-Eyth-Schule Kassel kennen die Schule bereits aus vorherigen Bildungsgängen wie der Fachoberschule, dem beruflichen Gymnasium oder der Berufsschule. Diese gewachsene Verbindung schafft Vertrauen und macht die Max-Eyth-Schule für viele zu einem naheliegenden nächsten Schritt auf ihrem Bildungsweg. Als berufliche Schule profitieren wir von dieser engen Bindung und der langjährigen Erfahrung in der technischen Ausbildung. Voraussetzung für die Aufnahme ist der Abschluss einer einschlägigen Berufsausbildung sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung. In bestimmten Fällen ist auch eine Sonderregelung möglich.

Mehr als nur ein Abschluss

Neben dem Technikerabschluss erwerben viele Studierende zusätzliche Qualifikationen, die ihre beruflichen Perspektiven deutlich erweitern. Dazu zählen unter anderem die Ausbildereignungsprüfung, die Fachhochschulreife, das KMK-Fremdsprachenzertifikat, der REFA-Grundschein sowie Qualifikationen im Qualitätsmanagement. Gerade im Bereich Qualitätsmanagement bietet die Max-Eyth-Schule ein besonders nachhaltiges Angebot: Ehemalige Studierende können auch nach ihrem Abschluss an Refresherkursen teilnehmen oder sich gezielt zur Qualitätsmanagerin bzw. zum Qualitätsmanager weiterqualifizieren.

Nach dem erfolgreichen Abschluss bietet die Max-Eyth-Schule eine Ergänzungsausbildung im Schwerpunkt Technische Betriebswirtschaft an. Sie baut auf der Technikerausbildung auf und vermittelt gezielt betriebswirtschaftliches Know-how für Aufgaben wie Projektkalkulation, Produktionsplanung, Prozessoptimierung, Einkauf und Vertrieb. Nach erfolgreichem Abschluss dürfen die Absolventinnen und Absolventen den Titel „Staatlich geprüfte Technische Betriebswirtin“ bzw. „Staatlich geprüfter Technischer Betriebswirt“ führen. Auch wenn die Max-Eyth-Schule selbst keine Weiterbildung auf dem Niveau 7 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) mit dem Abschluss „Master Professional“ anbieten kann, wurde mit REFA Hessen e. V. ein starker Kooperationspartner gefunden. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit besteht die Möglichkeit, den Titel „IHK-geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/in“ zu erwerben – ein hochwertiger Abschluss, der technische und betriebswirtschaftliche Kompetenzen auf Masterniveau vereint. Dadurch kann auch der schulische Teil der Ergänzungsausbildung an der Max-Eyth-Schule durch das Aufstiegs-BAföG staatlich gefördert werden.

Die Rückmeldungen ehemaliger Studierender zeigen deutlich: Die Fachschule ist nicht nur ein Sprungbrett für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn, sondern auch ein Ort der persönlichen Entwicklung und Orientierung. Gerade in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels kommt der beruflichen Weiterbildung eine zentrale Bedeutung zu. Die Fachschule für Technik leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag, indem sie junge Menschen gezielt weiterbildet, qualifiziert und auf anspruchsvolle Aufgaben vorbereitet. Damit ist sie nicht nur ein Gewinn für die Absolventinnen und Absolventen selbst, sondern auch für die gesamte Region und den Wirtschaftsstandort.

Es ist daher von großer Bedeutung, dass dieser Bildungsweg weiter gestärkt wird – als praxisnahes, zukunftsorientiertes und gesellschaftlich relevantes Angebot im deutschen Bildungssystem.

Historische Zeughausruine mit integrierter Cafeteria

CNC-Programmierung an einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum der Firma DMG

CAD Konstruktion mit CATIA

Praktischer Unterricht an einer Festo Automatisierungsanlage